Die üblichen Erklärungen greifen zu kurz — wir sind der Meinung, die unterschätzte Variable ist immer das Team / der Mensch.
Die Zahlen sind eindeutig und seit Jahren konsistent. Der Standish Group CHAOS Report analysiert regelmäßig zehntausende Projekte weltweit. Das Ergebnis: Nur 16,2% werden als erfolgreich eingestuft; werden also im geplanten Zeitrahmen, Budget und mit dem versprochenen Funktionsumfang abgeschlossen. 52,7% laufen über Zeit oder Budget. 31,1% werden abgebrochen oder aufgegeben. McKinsey kommt bei Transformationsprojekten zu ähnlichen Ergebnissen: Rund 70% scheitern. Und nicht nur das; große, komplexe Transformationsprojekte werden häufig nach Jahren der Verzögerung klammheimlich beerdigt und abgeschrieben. Zurück bleibt Frustration bei den Projektmitgliedern und Mitarbeitern im Unternehmen, aber auch in der Unternehmensführung.
IT-Projekte mit Budgets über 15 Millionen Dollar überschreiten laut einer McKinsey-Oxford-Studie im Schnitt ihr Budget um 45%, ihren Zeitplan um 7% — und liefern 56% weniger Wert als prognostiziert.
Die üblichen Verdächtigen
Fragt man nach den Gründen, lesen sich die Antworten in allen Veröffentlichungen immer ähnlich: unklare Anforderungen, mangelnde Kommunikation, fehlendes Stakeholder-Management, unrealistische Zeitpläne. PMI nennt schlechte Planung, fehlende Kommunikation und unklare Ziele als Top-3-Ursachen. Das ist alles nicht falsch. Aber es ist eben auch nicht die ganze Wahrheit.
Die unterschätzte Variable
Was in den meisten Analysen erstaunlich wenig Raum bekommt: die Zusammensetzung der Projektteams. Wer ist Teil des Teams? Bringen diese Menschen die Kompetenzen mit, die das Projekt braucht? Wie viele und wie lange brauchen wir bestimmte Kompetenzen? Hat er das schonmal gemacht oder verfügt der Mitarbeiter „nur“ über eine Zertifizierung? Passt der Arbeitstypus und der Mindset zum Team bzw. zur Rolle/Aufgabe — oder ist es wichtiger, jemanden ins Team zu holen, der über die Teamfähigkeiten verfügt, das Team zusammenhalten kann und dafür weniger fachliche Kompetenz in seinem Portfolio hat? Ergänzen sich die Teammitglieder — oder hemmen sie sich? Haben sie Erfahrung mit vergleichbaren Umsetzungsherausforderungen?
Meistens ist die Antwort auf diese Fragen: Das weiß niemand so genau. Denn Teams werden oft besetzt nach Verfügbarkeit, nach persönlichem Netzwerk, nach CVs, nach Bauchgefühl – aber nicht nach wirklich validierter Eignung.
Wenn 70% der Projekte scheitern und gleichzeitig die Teamzusammensetzung der am wenigsten datengestützte Prozess in den meisten Unternehmen ist — dann ist das aus unserer Erfahrung kein Zufall. Es ist ein, wenn nicht der blinde Fleck.
Was bedeutet das
Bessere Planung allein reicht nicht. Bessere Tools allein reichen nicht. Was in aktuellen Unternehmensprozessen fehlt, ist die Fähigkeit, systematisch zu erkennen, welche Kompetenzen ein Projekt braucht, welche Menschen sie nachweislich mitbringen, und diese Ressourcen zielgerichtet nutzbar zu machen — und nachhaltig weiterzuentwickeln. Nicht auf Basis von Lebensläufen, sondern basierend auf echter, gelebter und transparenter Erfahrung.
Die 70% sind kein Naturgesetz. Sie sind das Ergebnis eines Prozesses, der an der wichtigsten Stelle blind ist — und mit ARETEA, unserer Capability Intelligence Plattform, helfen wir, diese Lücken zu schließen.